Wikinger-Projekt UNESCO Weltkulturerbe

Mit einem länderübergreifenden Antrag wollen Island, Dänemark, Schweden und Deutschland ihre Stätten der Wikingerkultur als gemeinsames UNESCO-Welterbe anerkennen lassen. Die Partner stellten ihr Vorhaben mit dem Titel "Phenomena and Monuments of Viking Culture" am 4. Februar in Kiel der Öffentlichkeit vor. Die Initiatoren betreten mit ihrem gemeinsamen Antrag weitgehend Neuland. Anträge mehrerer Staaten sind bei der UNESCO bisher selten. Die vier Partner sind zuversichtlich, dass ihr Antrag Erfolg haben wird. Auch hoffen sie, dass sich ihnen weitere Länder mit ihren Wikingerstätten anschließen werden. Erste Signale hierzu aus Kanada und Norwegen sind positiv. Den Antrag bei der UNESCO wird die Republik Island mit ihrer Welterbestätte "Þing­vellir National Park" stellen. Die Kulturministerin der Republik Island, Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir: Das Land Schleswig-Holstein bringt für Deutschland seine Großdenkmale "Danewerk" und "Haithabu" in das Projekt ein. Sie markieren die Südgrenze der damaligen Wikingerwelt. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen zeigte sich erfreut, dass erstmals ein internationales Bewusstsein für die Einmaligkeit der Wikingerstätten deutlich wird. "Wo das Danewerk früher Objekt des Zwistes und Streits war, ist es heute Element grenzüberschreitender Bestrebungen. Es ist für uns Symbol einer guten Nachbarschaft, der Zusammengehörigkeit durch eine gemeinsame Geschichte und tiefer Freundschaft." Schweden ist mit seiner Welterbestätte "Birka and Hovgården" an dem Vorhaben beteiligt, Dänemark mit "Jelling Mounds, Runic Stones and Church". Die Stätten ("Monuments") des Gesamt-Vorhabens verbinden herausragende Themen ("Phenomena"), die als gemeinsames kulturelles Erbe nicht nur Skandinaviens, sondern der Welt betrachtet werden. "Phenomena" sind zum Beispiel die Besiedelung des nordatlantischen Raumes und das Erreichen der Neuen Welt durch Europäer, das erstmals schriftlich fixierte Erbrecht für Frauen, die Christianisierung des Nordens oder der Fernhandel über Meere und Flüsse. Weitere Hintergrund-Informationen zum Projekt und den beteiligten Stätten sowie honorarfreie Fotos finden Sie unter www.schleswig-holstein.de.

 



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