Themenabend Island

22:00     Themenabend: Island - Im Auge des Sturms                                                                                                                

Moderation: Thomas Kausch

Der Themenabend "Island - Im Auge des Sturms" beschäftigt sich aus aktuellem Anlass mit der brisanten Situation, in die Island durch die weltweite Finanzkrise geraten ist. In einer Langzeitbeobachtung von über zehn Monaten begleitet ARTE die Isländer durch die Zeiten des Umbruchs. Und es geht um verschiedene Zukunftsvisionen, die alle dazu dienen sollen, Island den Weg aus der Krise zu weisen.

Isländer wissen, wie man Stürme überlebt. Der Orkan allerdings, der die Inselbewohner im Oktober 2008 heimsuchte, hat das Leben der Nordländer mehr verändert, als es eine Naturgewalt je geschafft hätte. Island, das grüne Paradies Europas, hat sich infolge der weltweiten Finanzkrise in atemberaubender Geschwindigkeit vom Luxusstaat in ein Mahnmal des Staatsbankrotts verwandelt. Mit der Pleite der Kaupthing-Bank, der größten isländischen Bank, verloren die Isländer und auch viele ausländische Anleger aus Deutschland und Frankreich ihr Vermögen und die Regierung jegliches Vertrauen und Ansehen.

Die Folgen sind gravierend, viele Inselbewohner wurden in den letzten Monaten um ihre Existenz gebracht und sehen vor Ort keine Lebensperspektive mehr, die Auswandererquote steigt von Monat zu Monat. Im ersten Beitrag des Themenabends geht es um die persönliche Sicht auf den Ausnahmezustand. Wie sind die Menschen mit der Krise umgegangen, wie hat sie das Leben der Menschen, vielleicht auch die Menschen selbst verändert? In "Island unter Schock" präsentiert Helgi Felixson die Ergebnisse seiner Langzeitbeobachtung.

Der zweite Beitrag, "Island - Wege aus der Krise" von Claudia Buckenmaier, zeigt auf, auf welche Art und Weise Island bereits versucht, die Katastrophe zu meistern - mit positiven Zukunftsvisionen und Lösungsideen, die eine widerstandsfähige Bevölkerung aus der Krise heraus entwickelt hat.

 

22:00     Aufstand in Island                                                                                                                                                        

Eine Insel kämpft gegen den Staatsbankrott

Dokumentarfilm, Deutschland 2009, Erstausstrahlung

Regie: Helgi Felixson

Die Dokumentation des isländischen Regisseurs Helgi Felixson zeigt in einer Langzeitbeobachtung, wie sich das Leben unterschiedlicher Bewohner Islands in den letzten zwölf Monaten verändert hat. Seit dem Tag des Staatsbankrotts am 6. Oktober 2008 hat Helgi Felixson seine Protagonisten zehn Monate lang mit der Kamera begleitet und den neuen isländischen Alltag zwischen Schock, Resignation und Aufbruch festgehalten.

Am 6. Oktober 2008 hielt Islands damaliger Ministerpräsident Geir Haarde eine dramatische Fernsehansprache. Er verkündete den finanziellen Kollaps des kleinen Landes und schloss seine Rede schließlich mit den Worten "Gott schütze Island". Die internationale Finanzkrise hatte das Land eingeholt: Die Kaupthing-Bank ging bankrott und mit ihr viele Isländer, die mit der wertlosen Krone ihre ausländischen Kredite nicht mehr bezahlen konnten. Auch die Regierung Haarde konnte sich nicht halten. Aufgrund von massiven Protesten und Demonstrationen seitens der Bürger gab Haarde im Januar auf und verkündete Neuwahlen.

In dieser Zeit des Umbruchs und der Unsicherheit hat der isländische Regisseur Helgi Felixson verschiedenste Einwohner Islands mit der Kamera begleitet. Mit ihnen gemeinsam erlebte er, vom Tag der Rede Haardes an, wie sich die Krise auf ihr Leben auswirkte und welchen Stimmungsschwankungen sie in den einzelnen Phasen der Krise unterworfen waren.

 

23:10     Insel der grünen Träume                                                                                                                                            .

Islands Weg in die Zukunft

Reportage, Schweden 2009, Erstausstrahlung

Regie: Claudia Buckenmaier

Claudia Buckenmaier widmet sich in ihrer Reportage "Island - Wege aus der Krise" der Zukunft des kleinen Landes - zwischen der Schaffung eines ökologischen Touristenparadieses und dem Ausbau der Metallindustrie. Dabei trifft sie auch auf Sängerin Björk, die ihre Heimatinsel in diesen Zeiten nicht einfach ihrem Schicksal überlassen will. Denn in Folge der Finanzkrise könnte die isländische Landschaft in einem nicht vorstellbaren Maße durch Schwerindustrie-Ansiedlungen zerstört werden.

Umweltpolitik - ist sie in Zeiten der Krise ein Luxus? Oder eine Chance? Die Meinungen in Island gehen auseinander. Seit einigen Jahren ist die Insel einer der wichtigsten Aluminiumproduzenten weltweit. Genutzt wird die vor Ort reichlich vorhandene Geothermalenergie, die aus den Tiefen der isländischen Vulkane kommt. Doch ist der Ausbau der Metallindustrie der einzige Weg nach vorn?

Wie das Geheimrezept zur Rettung ihres Inselreiches lautet, darüber sind sich die Isländer im Krisenjahr 2009 alles andere als einig. Die Regisseurin Claudia Buckenmaier begleitete für ihre Reportage "Island - Wege aus der Krise" Umweltaktivisten, Politiker, Ökobäuerinnen und Tourismusunternehmer bei ihrer Suche nach Utopien für das Leben nach dem Staatsbankrott.

"Naturra" heißt beispielsweise die Naturschutzinitiative der weltberühmten Sängerin Björk. Die isländische Ikone will mit Konzerten und Widerstandsaktionen die Jugend des Landes gegen die Metallindustrie mobilisieren. Björk ist zuversichtlich, dass die Isländer bereit sind, ihre atemberaubenden Naturlandschaften vor der industriellen Zerstörung zu bewahren. Die ehemalige Staatspräsidentin Vigdís Finnbogadóttir ist da sehr viel skeptischer. Da die Menschen auf Island immer von einem Tag auf den anderen leben mussten, hätten sie keinen Sinn dafür, langfristig Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.

 

23:35     Gesprächsrunde                                                                                                                                                             

Diskussion, Frankreich 2009, Erstausstrahlung

 

ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer "Streaming"-Fassung auf ARTE+7 bereit.

Mehr Infos unter: www.arte.tv/thema



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