Sigrún Ólafsdóttir Ausstellung in Dresden

Über die Ausstellung

Island, erst in der jüngsten Zeit omnipräsent in der medialen Berichterstattung, prägt gerade mit ungewöhnlicher Natur und Klima deren Bewohner. So findet sich die starke Nähe zur Natur in den Arbeiten der isländischen Künstlerin Sigrún Ólafsdóttir wieder – speziell in einem ihrer Hauptthemen: dem Gleichgewicht.

Ólafsdóttir, die mittlerweile in Deutschland lebt, ist mit ihrer aktuellen Ausstellung bei den Deutschen Werkstätten erstmals in Sachsen präsent. Ab dem 21. Juli zeigt die Werkstättengalerie des in Dresden/ Hellerau ansässigen Unternehmens ca. 25, meist neue Arbeiten. "Da Sigrún Ólafsdóttir zum ersten Mal in Sachsen ausstellt, haben wir auch einige ihrer älteren Arbeiten aufgenommen, um einen Eindruck von ihrer künstlerischen Entwicklung zu geben", so Colin Ardley, Kurator der Werkstättengalerie.

Ausgestellt werden große Skultpuren aus Stahl und Aluminium, eine Reihe von kleineren Arbeiten, meist Maquetten für größere Projekte u.a. im öffentlichen Raum, und eine große hängende Arbeit. Weitere Plastiken aus Latex und Holz sowie großforrmatige Tuschezeichnungen ergänzen die Exposition. "Wir haben Sigrún Ólafsdóttir zu uns geholt, da die Objekte viel mit Raum, dessen Abgrenzung und Ausweitung zu tun haben. Parallen zwischen der Künstlerin und den Werkstätten werden auch in der eleganten und filigranen technische Auseinandersetzung deutlich", so Ardley weiter.

Das Thema des Gleichgewichts im Raum zieht sich durch ihre Arbeiten, die alle fein ausbalanciert sind. So gibt es auch Objekte mit Kugellager und eine Arbeit, die kaum wahrnehmbar in ständiger Bewegung ist. Außergewöhnlich ist auch die Beziehungen zwischen Zeichnungen und Skulpturen: Die Skulpturen wirken durch ihre ausgeprägte lineare Struktur wie Zeichnungen, die durch den Raum gezogen wurden. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Suche nach dem Gleichgewicht zwischen Gegensätzen. Die Arbeiten leben von den potenziellen Möglichkeiten des Übergangs von einer Position in eine andere und schöpfen hieraus ihre Kraft. Der Ruhepunkt, das Gleichgewicht wird durch hin- und herpendelnde Bewegungen ausgelotet. Das Spiel von Stabilität und Fragilität muss gespielt werden, um das Gleichgewichtsmoment zu finden. Aus der inneren Bewegung entsteht die äußere Erscheinungsform.

„In meiner Arbeit beschäftige ich mich mit den Themen Bewegung, Fragilität und Gleichgewicht; das bedeutet, den potentiellen Möglichkeiten einer Form oder einer Struktur von einer Position in eine andere überzugehen oder sich zu verwandeln", erklärt die Künstlerin.

 

Eröffnung der Ausstellung: Dienstag, 20. Juli 2010, 19.30 Uhr

Grußwort: Fritz Straub, Geschäftsführer Deutsche Werkstätten Hellerau

Einführung in die Ausstellung: Dr. Richard Gassen, Kunsthistoriker

Musikalischer Rahmen: Aline, Khouri/ Harfe

 

Ausstellungsdauer: 21. Juli - 2. Oktober 2010

Ort: Werkstättengalerie der Deutschen Werkstätten, Moritzburger Weg 68, 01109 Dresden

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 09.00 bis 16.00 Uhr (nicht an Feiertagen)

Eintritt frei

 

Sigrún Ólafsdóttir

Biografie

1963 Geboren in Reykjavík, Island

1986 - 89 Studium der Bildhauerei an der Myndlista og Handíðaskóli Íslands,

Reykjavík (Abschlussprüfung)

1990 - 94 Studium an der Hochschule der Bildenden Künste Saar, Saarbrücken/D,

Freie Kunst /Bildhauerei bei Wolfgang Nestler (Diplom und Meisterschülerin)

1995 Kunstförderpreis der Landeshauptstadt Saarbrücken/D

1999 Stipendium der Bildenden Künste, Staat Island/IS

2000 Sickingen Kunstpreis, Landeskreis Kaiserslautern/D

2006 Pollock-Krasner Stipendium. Pollock-Krasner Stiftung N.Y./USA

2007 CIA Stipendium, Center for Icelandic Art / IS

Einzelausstellungen (Auswahl)

2009 Galerie Schwenk, Castrop-Rauxel/D

2008 Hafnarborg Museum, Hafnarfjördur/IS

2007 Galerie Turpentine, Reykjavík/IS

2005 Stadtgalerie Saarbrücken/D

Museum St. Wendel – Mia-Münster-Haus/D

Galerie Sævars Karls, Reykjavík/IS

2003 Stiftung Demokratie Saarland, Saarbrücken/D

Saar LB/Landesbank Saar, Saarbrücken/D

1998 Europäische Akademie Otzenhausen e.V., Schloss Dagstuhl/D

BMW AG, Niederlassung Saarbrücken/D

 

Über die Künstlerin

Sigrún Ólafsdóttirs Medien sind die Klein- und Großplastik sowie die Zeichnung. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit den Themen Bewegung, Fragilität und Gleichgewicht, d.h. mit den potentiellen Möglichkeiten einer Form oder einer Struktur, von einer Position in eine andere überzugehen oder sich zu verwandeln. Ihre bevorzugten Materialien sind jene, die der Arbeit  selbst dienen: Holz, Blei und Stahl. Zurzeit experimentiert sie auch mit Gummi und Latex, Materialien, die sie in Spannung und Entspannung bringt. Ihr Thema ist die Berührung zweier sich gegenseitig bestimmender und bedingender Kräfte, Gegensätze im weitesten Sinne: hässlich und schön, hart und weich, nah und fern, Grobheit und Zärtlichkeit, Krieg und Frieden. Im Mittelpunkt steht dabei die Suche nach dem Gleichgewicht zwischen diesen Gegensätzen. Dabei handelt es sich jedoch nicht immer um ein statisches Gleichgewicht, sondern um eines in der Bewegung, um den kurzen Moment, wenn beide Gegensätze sich treffen und vereinigen – die Pause zwischen Ein- und Ausatmen, zwischen Flieh- und Anziehungskraft, zwischen Ebbe und Flut, Winter und Sommer. Dieser Ruhepunkt, das Gleichgewicht, wird durch hin- und herpendelnde Bewegungen ausgelotet. Das Spiel von Stabilität und Fragilität ist notwendig, um das Gleichgewichtsmoment zu finden: Aus der inneren Bewegung entsteht die äußere Erscheinungsform.

 

 



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