Kærleikskúlan - eine Weihnachtskugel der besonderen Art

Alljährlich zur Adventszeit wird in den Galerien und Designläden in Island die Weihnachtskugel Kærleikskúlan erwartet. In jedem Jahr gestaltet ein renommierter isländischer Künstler die Kærleikskúlan – und niemand weiß vor dem Anzünden der Adventslichter in Reykjavik den Namen des Künstlers oder das Thema der diesjährigen Kugel. Die Auflage ist streng limitiert und die Kærleikskúlan sind inzwischen ein beliebtes Sammlerobjekt, nicht nur für Kunstliebhaber. Zumal sich in ihr isländische Kunst und ein guter Zweck vereinen: Der Erlös kommt ausschließlich dem isländischen Therapiezentrum für Kinder mit Behinderungen und ihren Familien zugute, auf dessen Initiative sich die Kærleikskúlan begründet. Die Kærleikskúlan schlägt eine Brücke zwischen Island und Deutschland, wird sie doch in der traditionsreichen Glasbläserregion Lauscha in Thürigen mundgeblasen. Bislang können die Kærleikskúlan außer in Island nur in Berlin im Gemeinschaftshaus der Nordischen Botschaften erworben werden.

Bisherige Kugeln:

2003              

Erró Zwei Maler“

„ Zwei Maler“ ist das Thema der ersten, im Jahr 2003 von Erró gestalteten Kærleikskúlan. Das Motiv entstammt einer Serie, die Erró 1984 gemalt hat, und nimmt, ganz charakteristisch für Errós Kunst, Bezug auf Werke anderer großer Künstler, in diesem Fall Picasso und Léger. Die drei Worte „Paix – Liberté – Solidarité“ („Frieden – Freiheit – Solidarität“) verdeutlichen die moralische Aussage des Bildes.

Erró, der mit bürgerlichem Namen Guðmundur Guðmundsson heißt, wurde 1932 in Island geboren und studierte Kunst in Island, Norwegen und Italien. Ab 1958 war Erró aktives Mitglied in der Pariser Kunstszene, sowohl in der surrealistischen Bewegung als auch unter den  Wegbereitern der PopArt. Erró gehört zu den arriviertesten Künstlern der Moderne. Die Geschichte der Kunst, Erotik, Politik, Biografien, fiktionale Charaktere, Kartoonhelden und Science Fiction sind die großen Themen in seinem Leben und Wirken.

2004

Ólafur Elíasson “Das Auge”

Das Auge ist ein großartiges Instrument, das unsere Wahrnehmung beeinflusst: von uns selbst, von anderen, unserer Umgebung  – der Welt! Für Ólafur Elíasson ist das Auge die  Inspiration der von ihm im Jahr 2004 gestalteten Kærleikskúlan „Augapfel“.

“Es macht mir große Freude, mit etwas zu spielen, von dem ich glaube, es sei schön. `Schönheit´ ist ein gefährliches Wort, da es zu etwas Kitschigem typisiert wurde. Vielleicht sollten wir daher lieber über `Ästhetik´ als über Schönheit sprechen. Oft kann etwas in einer bestimmten Situation sehr Hässliches in einer veränderten Situation unglaublich schön sein. Daher ist Schönheit nicht einfach ein isoliertes Phänomen, sondern eher eine Frage von etwas Wertvollem, und ein Wert ist immer verhandelbar.“ (Ólafur Elíasson)

Ólafur Elíasson wurde 1967 als Sohn isländischer Eltern in Kopenhagen geboren und studierte von 1989 bis 1995 an der Königlichen Akademie der Künste in Kopenhagen. Seine Experimente mit dem menschlichen Wahrnehmungsvermögen sowie seine Untersuchungen von klimatischen und biologischen Abläufen und von Licht- und Farbphänomenen spiegeln sein Interesse für die traditionelle Differenz zwischen Natur und Kultur wider und hinterfragen gleichzeitig deren Grenzen. Seine Werke werden in privaten und öffentlichen Sammlungen und Museen gezeigt, wie zum Beispiel im Guggenheim Museum in New York, im Museum of Contemporary Art in Los Angeles, in der Tate Modern in London und im Reykjavik Art Museum.

Zur Zeit lebt und arbeitet Ólafur Elíasson in Berlin und Kopenhagen.

2005

Rúrí  “Ohne Anfang - Ohne Ende”

„Die Worte `Ohne Anfang - Ohne Ende´ stehen für eine allumfassende Liebe, die weder Anfang noch Ende hat.

Sie ist bedingungslos – ewig - ist sie.

Wie der Wasserfall ist – endlos fallend  - ist sie.

Eine vollendete Kugel hat weder Anfang noch Ende,

genauso wie unser Planet

eine vollendete Kugel ist – ein vollkommenes Gebilde.

Islands mächtige Wasserfälle erscheinen in dieser fragilen,

schwebenden Kugel der Kunst als eine winzige Welt,

die sich im Universum widerspiegelt und mit ihm kommuniziert,

einem Universum, in dem die Erde selbst in unendlichem Raum schwebt.“ (Rúri)

Rúrí wurde 1951 in Reykjavík geboren und studierte Kunst in Island und in den Niederlanden. Ihr künstlerischer Ausdruck fand seine Entsprechung nie nur in einem einzigen Medium. Sie hat ihre Ideen, die immer auf einer klaren Konzeption gründen, in Performances, Multimedia, Skulpturen und Installationen umgesetzt.

2003 vertrat sie Island mit ihrem interaktiven Werk ,„Archive – Endangered waters“ auf der Biennale in Venedig.

Von besonderem Reiz sind ihre Kunstwerke im Freien, wie beispielsweise der “Regenbogen” vor dem Flughafenterminal in Keflavik/Reykjavík und der “Wasserfall” im Botanischen Garten in Reykjavík.

2006               

Gabríela Friðriksdóttir „Salz der Erde“

„Eine unendliche Summe von Teilchen verbindet sich zu einer Landschaft, die sich entfaltet und die Erde bedeckt Reich an Struktur und Vielfalt. Eine Landschaft, die formt und nährt die mannigfaltigen Formen des Lebens sowie den Geist, der innen und außen wohnt. Es ist die Vitalität der Seele und die Hoffnung aus der die Gemeinschaften der Welt erwachsen.

Die kreative Kraft der Vielfalt zu akzeptieren, zu bewahren und zu respektieren, ist die Würze des Lebens – DAS SALZ DER ERDE“ (Gabríela)

Gabríela Friðriksdóttir wurde 1971 in Island geboren und studierte Kunst in Reykjavík und in Prag. Ihre ausgeprägte Experimentierfreudigkeit lässt sie unterschiedliche Materialien und Medien nutzen.  Polyphone Installationen, Malerei, Zeichnungen, Skulpturen, Musikexperimente, Videos und Performances - die Grenze zwischen dem Objektiven und dem Subjektiven, zwischen der Welt des Menschen und der Welt anderer Schöpfungen ist ihr Thema. Gabríela vertrat Island 2005 auf der Biennale Venedig. In Berlin wird sie regelmäßig in der Galerie Spielhaus Morrison ausgestellt. 

2007

Eggert Pétursson “Kreis”

Der Kreis des Lebens ist das Thema der von Eggert Pétursson gestalteten Kærleikskúlan im Jahr 2007.

„Auf den Winter folgt das Frühjahr, dann der Sommer,

Herbst und wieder der Winter.

Die Blätter und Blumen erzählen vom Lauf der Zeit.

Der Bärentraubenstrauch blüht im Frühling.

Die Blüten wachsen heran zu Beeren, die im Sommer reifen und im Herbst im hellen Rot leuchten.

Der Strauch überlebt unter dem Schnee und erscheint wieder, grün wie das Frühjahr,

bereit zum erneuten Knospen.

Die Saat schlägt Wurzeln.

Der Kreis des Lebens ist ungebrochen.“ (Eggert Pétursson)

Eggert Pétursson wurde 1956 in Island geboren und studierte Kunst in Reykjavik und Maastricht. Internationale Aufmerksamkeit hat Eggert durch seine eindrucksvolle Malerei der isländischen Flora erweckt, die ihn seit seiner Jugend interessiert. Seine uferlosen Teppiche von Blüten und Gräsern sind ein Hohelied auf die Natur, wie sie auf der kargen Vulkaninsel im Norden vorzufinden ist, und haben auf Ausstellungen im In- und Ausland das Bild Islands nachhaltig geprägt.

2008

Die Kugel 2008 wurde von der Iceland Love Corporation gestaltet. Der Titel ist Alles, was atmet - "Allt sem andann dregur"

 



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