Isländische Filme bei den 52. Nordischen Filmtagen in Lübeck

Spielfilme:

The Good Heart

Island 2009, 90 Min., deutsche Untertitel

Über den Film:

Lucas ist ein junger Obdachloser, der unter der Brooklyn Bridge haust, Jacques ein cholerischer Barbesitzer in New York. Die beiden lernen sich im Krankenhaus kennen. Lucas hat versucht, sich umzubringen, Jacques seinen fünften Herzinfarkt erlitten. Der garstige alte Mann nimmt den schüchternen Versager bei sich auf, weil er in ihm den Erben seiner Bar zu sehen hofft. Tatsächlich führt sich Lucas in dem kleinen, dunklen Laden und bei seinen Stammgästen prächtig ein. Doch dann strandet an einem verregneten Abend eine junge, angetrunkene Stewardess vor der Theke. Lucas bringt es nicht übers Herz, April vor die Tür zu setzen, und damit verändert sich das Verhältnis zwischen den beiden Männern dramatisch. – In seinem ersten englischsprachigen Film entwirft Dagur Kári ein anheimelnd altmodisches New York. Vor allem aber ist es die Konfrontation zweier denkbar unterschiedlicher Charaktere, die seinen durch und durch romantischen Film so herzergreifend macht. An Originalschauplätzen, aber mit einem isländischen Team gedreht, ist „Das gute Herz" erfüllt von dem, was Dagur Kári sich zum Ziel gesetzt hat: „Humor und Poesie zu vermischen und das Komische mit Tragik".

Regie: Dagur Kári

Drehbuch: Dagur Kári

Rollen: Brian Cox (Jacques), Paul Dano (Lucas), Isild Le Besco (April), Stephanie Szostak (Sarah), Damian Young (Roddie), Clark Middleton (Dimitri), Edmund Lyndeck (Friseur), Nicolas Bro (Ib Dolby)

Termine:

3.11 um 23.00 Uhr - Stadthalle

4.11 um 10.30 Uhr - Stadthalle

5.11 um 11.00 Uhr - Stadthalle

7.11 um 14.00 Uhr - Stadthalle

 

Mamma Gógó

Island 2010, 87 Min., englische Untertitel

Über den Film:

Gógó, die 80-jährige Mutter eines Filmregisseurs, ist nicht auf den Kopf gefallen. Wie sie trotz hoher Promillewerte eine Verkehrskontrolle austrickst, das ist schon ziemlich clever. Doch dann stellen sich Ausfallerscheinungen ein: Gógó schläft vorm Fernseher ein, was die Feuerwehr auf den Plan ruft; sie wird ausfällig gegen die Schwiegertochter, vergisst den Wohnungsschlüssel und dann das Badewasser abzudrehen. Ihr Sohn beschließt darum: Mutter muss ins Heim! Rasch kommt man dort zur Diagnose: Die alte Dame ist an Alzheimer erkrankt. Mit „Mama Gógó" hat Fridrik Thór Fridriksson einen sehr persönlichen und berührenden Film gedreht, der aber auch die tragikomischen Aspekte der Demenz thematisiert. Eine eher traurige Figur ist allerdings Gógós Sohn, der Regisseur: Hilmir Snær Gudnason verkörpert ihn als Fridrikssons Alter Ego, das sich nach dem Flop seines Seniorenfilms „Children of Nature" (!) und erfolglosen Börsenspekulationen gezwungen fühlt, das Erbe der Mutter noch zu deren Lebzeiten zu verhökern. „Mama Gógó" ist die ebenso rückhaltlose wie selbstkritische Darstellung eines gesellschaftlichen Problems, das nicht nur Island betrifft.

Regie: Friðrik Þór Friðriksson

Drehbuch: Friðrik Þór Friðriksson

Rollen: Kristbjörg Kjeld (Mamma Gógó), Hilmir Snær Guðnason (Regisseur), Gunnar Eyjólfsson (Gógós verstorbener Ehemann), Margrét Vilhjálmsdóttir (Ehefrau des Regisseurs), Ólafía Hrönn Jónsdóttir, Inga Maria Valdimarsdóttir (seine Schwestern), Jóhann Sigurðarson (Bankdirektor), Bjarni Ingvarsson (Farmer)

Termine:

3. und 4.11 um 22.30 Uhr - Stadthalle

5.11 um 11.00 Uhr - Stadthalle

7.11 um 14.00 Uhr - Stadthalle

 

Dokumentarfilme:

Draumalandið - Dreamland

Island 2009, 89 Min., englische Untertitel

Über den Film:

Auch die Gewinnung von erneuerbaren Energien zerstört natürliche Lebensräume, auch „grüne" Energie hat ihre Schattenseiten. Sehr anschaulich stellt das dieser Dokumentarfilm über den Bau des größten europäischen Staudamms dar, der 2007 in Island in Betrieb ging. 2006 war der letzte US-Stützpunkt im Land geschlossen worden, 2000 Arbeitsplätze gingen dadurch verloren. Als „Ersatz" beschloss die Regierung, ein Aluminiumwerk des US-Multis Alcoa anzusiedeln. Das aber verlangte nach billiger Energie: Der Bau des Kárahnjúkar-Kraftwerks, einhundert Kilometer entfernt im Osten Islands inmitten einer unberührten Naturfläche gelegen, war die Folge. Eindrücklich schildert der Film, wie ein industrielles Großunternehmen eine Gemeinde und eine Landschaft Stück für Stück „übernimmt", oft mit zweifelhaften Mitteln. Dabei ist der Zweck – wirtschaftliches Wachstum – ebenso in Frage gestellt. Seit der Finanzkrise fällt der Weltmarktpreis für Aluminium. Doch isländische Politiker planen schon die nächsten Aluminiumfabriken.

Regie: Þorfinnur Guðnason, Andri Snær Magnason

Termin:

5.11 um 19.45 Uhr - Stadthalle

 

Islensk al a - Architecture of Home

Island 2010, 30 Min., englische Untertitel

Über den Film:

Neues Leben in alten Arbeiterwohnungen: Von vier wunderbaren Freundschaften erzählt dieser Film – zwischen Menschen und ihren Wohnungen in den alten Genossenschaftsbauten der Gewerkschaft in Reykjavik.

Regie: Þórunn Hafstað

Drehbuch: Þórunn Hafstað

Rollen: Hildigunnur Birgisdóttir, Ólöf Stéfansdóttir, Berglind Häsler, Svavar Pétur Eysteinsson, Fridrik Sólnes

Termin:

5.11 um 10.45 Uhr - Stadthalle

 

Filme für junge Zuschauer:

Pleisið - The Place

Island 2009, 22 Min., englische Untertitel, ab 14 Jahren

Über den Film:

„Gewalt hinter Gittern": Als er im Jugendgefängnis das Opfer religiöser Triebtäter wird, kann Axel darauf nur gewalttätig reagieren. Es ist ein Akt der Befreiung – weil er zugleich seine Unschuld beweist.

Regie: Jakob Halldórsson

Drehbuch: Jakob Halldórsson, Joseph Spade

Rollen: Ólafur Björn Tómasson (Axel), Stefán Hallur Stefánsson (Erpur), Jóhannes Haukur Jóhannesson (Njáll), Gríma Kristjánsdóttir (Dísa)

Termin:

5.11 um 13.30 Uhr - Stadthalle

 

Algjör Sveppi og leitin ad Villa - The Big Rescue

Island 2009, 78 Min., deutscher Kommentar, ab 6 Jahren

Über den Film:

Sveppi und Villi sind die allerbesten Freunde. Sveppi ist nicht ganz helle, dafür ist Villi umso mehr an „wissenschaftlichen" Dingen interessiert. Zum Beispiel an einem defekten Kurzwellenempfänger, den er von seinem Großvater geschenkt bekommen hat. Als er ihn nämlich repariert hat, ertönen auf einmal fremde Stimmen. Ganz offenbar kommt Villi einer Geheimorganisation auf die Spur, die mit Hilfe eingeschleuster Ninja-Kämpfer die Weltherrschaft übernehmen will. Am nächsten Morgen ist Villi verschwunden – entführt. Sveppi entdeckt eine Fährte: Sie führt zu einer leerstehenden Flugbasis und von dort direkt in die Wolken? „The Big Rescue" ist eine turbulente Sause durch das Abenteuer- und Science-Fiction-Genre. Das Überraschendste aber an dieser gekonnten Parodie ist die Besetzung: Alle Kinderrollen werden von Erwachsenen gespielt. In Island übertrumpften Sveppi und Villi, deren Abenteuer auf einer ebenso erfolgreichen Fernsehserie basiert, im letzten Jahr alle US-Kinderfilme. Das Publikum war sich einig: Selten hat die vielbeschworene „Infantilisierung der Gesellschaft" soviel Belustigung herbeigeführt.

Regie: Bragi Thór Hinriksson

Drehbuch: Bragi Thór Hinriksson, Sverrir Thór Sverrisson

Rollen: Sverrir Þór Sverrisson (Sveppi), Vilhelm Anton Jónsson (Villi), Guðjón David Karlsson (Goi), Auðunn Blöndal (Kämpfer), Vigdís Gunnarsdóttir (Lehrerin), Ragnhildur Steinunn Jónsdóttir (Stewardess), Ilmur Kristjánsdóttir (Mädchen)

Termine:

4.11 um 10.30 Uhr - Stadthalle

6.11 um 13.30 Uhr - Stadthalle

Nähere Informationen finden Sie unter: http://www.luebeck.de/filmtage/filmdb/de/movie/list/2010/countries.html#12



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