Island bei ARTE

Der Film dokumentiert den Weg der Eiderdaunen von der Ernte in Island über die Reinigung bis zur Fertigung der Bettdecken in einer norddeutschen Daunenfabrik. Gezeigt werden auch das Leben der isländischen Eiderbauern auf ihren einsamen Höfen, die atemberaubende Landschaft der Westfjorde und ihre artenreiche Vogelwelt. Eiderdaunen sind ein extrem seltenes und kostbares Naturprodukt. An Islands rauen Westfjorden lassen sich im Frühjahr Abertausende von Eiderenten nieder, um ihren Nachwuchs großzuziehen. Die Daunen, mit denen sie ihre Nester ausstaffieren, sind luftig und leicht. Wegen ihrer besonderen klettenartigen Struktur gelten sie als unübertroffene Wärmespeicher. So sammeln die Isländer seit Jahrhunderten den zarten Flaum der Eiderenten und produzieren die einzigen Daunen, die überhaupt von lebenden Wildvögeln stammen. Pro Jahr gelangen nur wenige Tausend Kilogramm davon auf den Markt. Die Dokumentation zeigt isländische Bauern, die rund um die Uhr die Eiderenten-Kolonien bewachen. Die Region am Polarkreis ist mit ihren unzähligen Felseninseln ein idealer Brutplatz für die Vögel und eine Hochburg der Daunenbranche. Nur die Landbesitzer haben das Recht, die Nester abzusammeln. Seit Generationen hat sich die Eiderdaunenwirtschaft auf der Nordmeerinsel zu einem Muster an artgerechter Nutzung entwickelt. Die Isländer verdienen an der "Königin der Daunen" und schützen umgekehrt die Eiderenten vor ihren natürlichen Feinden wie Möwe, Fuchs und Nerz. Die nach dem Einsammeln der Daunen notwendige Reinigung ist ein uraltes Handwerk, das die Isländer vor Jahrhunderten aus Deutschland übernahmen und weiterentwickelten. Und die aufwendige Produktion der Daunendecken in einem norddeutschen Traditionsunternehmen mutet neben der voll automatisierten Fabrikation herkömmlicher Bettdecken fast anachronistisch an. Eine solche Luxusdecke muss der Kunde teuer bezahlen. Dafür erhält er ein Naturprodukt von einzigartiger Qualität, das ihn über Jahrzehnte begleiten kann.

Die Eiderdaune
(Deutschland, 2008, 43mn)
NDR
Regie: Claudia Dejá, Gabi Haas

27. Februar, 14:00 Uhr

www.arte.tv



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