Finnur Bjarnason singt wieder in der Komischen Oper Berlin

Der in Reykjavik geborene Tenor absolvierte sein Gesangsstudium
an der Guildhall School of Music and Drama in London. Er hat den Male Chorus in Brittens Rape of Lucretia, den Tamino für die isländische Nationaloper und den Tebaldo in Bellinis I Capuleti e i Montecchi an der Grange Park Opera gesungen. Im Sommer 2002 war er als Don Ottavio in Don Giovanni beim Glyndebourne Festival engagiert, eine Partie, die er auch an der Komischen Oper Berlin singt. Finnur Bjarnason ist seit der Spielzeit 2002/03 Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin und seither auch als Prinz in Die Liebe zu drei Orangen, als Tamino in Die Zauberflöte, als Belmonte in Die Entführung aus dem Serail, in der Titelpartie in Albert Herring sowie als Lenski in Jewgeni Onegin auf der Bühne zu erleben. In der Spielzeit 2005/06 wird Finnur Bjarnason weiterhin den Don Ottavio und den Lenski singen und außerdem den Pylades in der Neuproduktion Orest einstudieren.

Zum Stück: Als Pasticcio, zu deutsch: Pastete, bezeichnet man Opern, für die aus bereits existierenden Werken Arien entlehnt und zur Vertonung eines neuen Librettos zusammengestellt werden. Für den 1734 uraufgeführten Orest fügte Händel die schönsten Arien aus nicht weniger als neun seiner zwischen 1720 und 1732 entstandenen Opern zu einer musikalischen Delikatesse zusammen. Dieses für die Barockoper und vor allem für Händel durchaus typische Verfahren lässt sich mit dem klassisch-romantischen Werkbegriff nicht vereinbaren, sondern entspricht eher Kategorien des späten 20. Jahrhunderts, die sich unter dem Schlagwort des »offenen Kunstwerks« zusammenfassen lassen. In seiner ersten Arbeit für die Komische Oper Berlin wird sich der Regisseur Sebastian Baumgarten dem Werk eben von dieser formalen Seite her nähern. Gemeinsam mit Thomas Hengelbrock wird er in Händels Pasticcio die Sicht freilegen auf die zeitgemäße Thematik des Stücks um den Muttermörder Orest, der, vom Wahn verfolgt, auf Tauris landet. Dort trifft er auf seine totgeglaubte Schwester Iphigenie, die vom Tyrannen Thoas gezwungen wird, alle Fremden zu töten. Erst spät erkennen sich die Geschwister, doch gemeinsam mit ihren Gefährten gelingt es ihnen, die Gewaltherrschaft Thoas’ zu brechen und zu entkommen. Flucht, Fremdenhass und Diktatur sind die zentralen Problemfelder der aus der griechischen Mythologie entlehnten Handlung. Mit der Aktualität des Stoffes und der Form wird Händels bemerkenswerte Modernität erneut erfahrbar.

Premiere von Orest: 26. Februar 2006, 19.00 Uhr

Veranstaltungsort:

Komische Oper

Behrenstr. 55-57

10117 Berlin-Mitte

Tel.:(030) 20 26 00

Tel: Reservierung: (030) 479 974 00

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Komischen Oper www.komische-oper-berlin.de



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