Dreams - Ausstellung von Magnús Pálsson

Der isländische Altmeister der medialen Grenzüberschreitung und enger Freund Dieter Roths lebt heute nach Jahren in London wieder in Island. Als einer der ersten bildenden Künstler in Island suchte er in den frühen 80ern Kontakt zu den aufkommenden Musikern der Punk- und Experimentalmusik, stellte Verbindungen zum Theater, Hörspiel und Film her. Magnús Pálsson, geb. 1929, ist Mitbegründer des in den 70iger Jahren entstandenen Living Art Museums in Reykjavík. Inspiriert durch die Fluxusbewegung war das Living Art Museum offen für Experimente und neue Stilrichtungen von Kunst, eine Alternative zum klassischen Kunstmuseum. Magnús Pálsson war 1977 Teilnehmer der Documenta VI. in Kassel und 1980 Repräsentant des isländischen Pavillons der Biennale in Venedig. Magnús Pálssons Arbeit zeichnet sich immer wieder durch seinen Fokus auf scheinbar unmögliche Themen aus. So gab er z.B. in seinen Aufsehen erregenden Objekten, den sonst durch Unsichtbarkeit und Leere bestimmten Zwischenräumen zwischen den Dingen, Bedeutsamkeit, in Form von plastischen Abgüssen. Magnús Pálssons Präsentation in der Galerie Crystal Ball ist die erste offizielle Einzelausstellung seiner Arbeit in Berlin. In der Galerie wird Magnús Pálssons eine audiovisuelle Installation realisieren, die auf den Aufzeichnungen von Träumen basiert, die von verschiedenen Personen erzählt und von ihm aufgezeichnet und gesammelt wurden. Der Künstler arbeitet dabei mit Überlagerungen und Interferenzen der Audiowiedergaben welches eine vielschichtige erzählerische und poetische Struktur bildet. Magnús Pálssons Installation wirkt dabei sehr treffend, denn die Verdichtung, Überlagerung und Loslösung der nächtlichen Visionen spiegeln die Art und Weise wie wir selbst Träume erinnern, ihre Diskontinuität und Flüchtigkeit. In der Retrospektive an die nächtliche Gestalt fallen plötzlich chronologisch nicht geortete Fragmente ein. Assoziationen übernehmen den Platz von Motiven. Anderes, wichtig Erahntes verschwindet. Der Traum selbst ist Fluxus. Seine Erzählstruktur bildet sich erst aus einer fragmentarischen Zusammenfassung, einem daran erinnernden Konglomerat der Bedeutungen. Zur Eröffnung der Ausstellung wird Magnús Pálsson zusammen mit seinen befreundeten Künstlern Rod Summers und Tom Winter eine gleichnamige Performance zeigen. Die Dokumentation der Performance „Dreams“ wird in Form einer Edition erscheinen.

Eröffnung am 13. September um 20 Uhr mit einer Begrüßung durch den isländischen Botschafter seine Exzellenz Ólafur Davíðsson, Performance: Magnús Pálsson, Rod Summers und Tom Winter

Veranstaltungsort: Galerie Crystal Ball, Schönleinstr. 7, 10967 Berlin/ Kreuzberg, Ausstellungsdauer: 14.09.2008 - 18.10.2008

www.galeriecrystalball.de



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