Die Oper Das Liebesverbot oder die Novize von Palermo mit Egill Árni Pálsson

DAS LIEBESVERBOT ODER DIE NOVIZE VON PALERMO von Richard Wagner

Premiere: 10.10.09, 19:30 Uhr

Text vom Komponisten nach der Komödie »Maß für Maß« von William Shakespeare

Konzertante Aufführung in Kooperation mit der Kammeroper Schloss Rheinsberg

Braunschweiger Premiere: 10. Oktober 2009, Großes Haus, Staatstheater Braunschweig

In Kooperation mit der Kammeroper Schloss Rheinsberg

»Im Fieber wallet mir das Blut, ich bin mir meiner nicht bewusst! – Wie trag‘ ich Qualen und Entzücken, es harret Tod und Wollust mein; ich will Isabella an den Busen drücken, ich will ihr Gott und Hölle weihn!« Mit diesen Worten bringt der Statthalter Friedrich in Richard Wagners Jugendwerk von 1834 seinen eigenen Konflikt, den Wagner in Abänderung der Shakespeareschen Vorlage zugleich zum Grundkonflikt des gesamten Stückes machte, auf den Punkt: Friedrich, der gegen Karnevalsfreuden jeder Art das Gesetz der Todesstrafe erlassen hat, ist nicht nur der eiskalte Verfechter rigider Bürgermoral: Ihm macht zugleich seine eigene Sinnlichkeit zu schaffen. Seine Tragödie ist und die Ironie des Schicksals will es, dass er sich gerade durch dieses »Liebesverbot« noch tiefer in den Fallstricken seiner Sexualität verfängt. Friedrich wird so zu einer der charakteristischen, dem Konflikt zwischen Ängsten und Wünschen wehrlos ausgelieferten Wagner-Gestalten. Da dies unstrittig auf Klingsor in »Parsifal« oder auf Tannhäuser und den Venusberg vorausweist, kann Das »Liebesverbot« als Schlüsselwerk Wagners gelten. Wie in beiden genannten Werken ist auch hier das zentrale Thema die Frage, ob das Liebesleben unbefangen ausgelebt werden darf und welche Konsequenz sich daraus für Individuum und Gesellschaft ergibt: Ganz dem Genre der komischen Oper gemäß bietet Wagner als Lösung hier die etablierte Ordnung der bürgerlichen Ehe. Wenn auch Anleihen sowohl bei der Opera buffa Rossinis als auch bei Beethovens »Fidelio« und Mozarts »Nozze di Figaro« unverkennbar sind, ist diese »komische Oper« große romantische Oper im besten Sinn.

Die Zusammenarbeit des Staatstheaters mit der Kammeroper Schloss Rheinsberg begann im Jahr 2002 mit Glucks »Iphigenie in Aulis«. Seitdem führen das Staatstheater Braunschweig und die Kammeroper Schloss Rheinsberg zusammen jedes Jahr in beiden Häusern eine Oper konzertant auf. Die Partien sind mit den Gewinnern des internationalen Wettbewerbs für junge Sänger der Kammeroper Schloss Rheinsberg besetzt, die von Ensemblemitgliedern sowie dem Chor des Staatstheaters unterstützt werden.

Musikalische Leitung und Chor: Georg Menskes

MIT: Malte Roesner (Friedrich), Egill Árni Pálsson (Luzio), Guy Mannheim (Claudio), Katrin Adel (Isabella), Simone Lichtenstein (Mariana), Dae-Bum Lee (Brighella), Lucia Kim (Dorella), Lucas Vanzelli (Pontio Pilato / Antonio), Valentin Cozma Calin (Danieli / Angelo), Chor des Staatstheaters Braunschweig, Staatsorchester Braunschweig

Vorstellungsdauer: ca. 3 Stunden, Weitere Vorstellungen: 25.10., 18:00 Uhr

Veranstaltungsort: Staatstheater Braunschweig, Am Theater,
38100 Braunschweig

http://www.staatstheater-braunschweig.de/sparten/musiktheater/stuecke/stueck/Das-Liebesverbot-oder-die-Novize-von-Palermo/

http://www.egillpalsson.com



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