Blickfang - Raumfang

Eine Künstler-Deklaration

Kann man in der Mathematik Ästhetik finden? Dies ist eine der Fragen, an der der Verfasser dieser Zeilen über dreißig Jahre lang gearbeitet hat. Dessen Resultat wird jetzt für das interessierte Publikum vorgestellt.

Wenn wir von Ästhetik sprechen, ist es sonnenklar, daß es für sie keine Grundlage ausserhalb der Realitäten geben kann, welche der Mensch in der Lage zu definieren ist. Realitäten in der Mehrzahl, denn der menschliche Geist ist trotz allem nicht einseitig auf die allgemein akzeptierte Kultur fixiert - und wird es auch nie sein.

Aber handelt es sich hier um eine Tatsache, die alle Leute in dieser "Einheits"-Welt, in der wir leben, realisieren? Eine Welt, die durch die Medien und die kulturellen Signaturen der transnationalen Firmen geformt ist? – Daran kann man ohne weiteres zweifeln.

Moderne Kunst ist ein Weg, um dieses Thema für das allgemeine Publikum transparent zu machen. Und angefangen mit einer Ausstellung in Kopenhagen im März 2005, die seine Vorsetzung nun im Felleshus der Nordischen Botschaften in Berlin findet, tut der Unterzeichnende sein Bestes, um einen neuen Impuls für diese Richtung zu erzeugen, damit eine neue Realität von vielen, die der menschliche Geist durch seine Erfahrungen erlebt, auch manifestiert werden kann.

Der FANG wird vorgestellt

Die kleine Forschungsarbeit auf dem Gebiet der 3-D Geometrie, worauf diese Kunstausstellung aufbaut, beschäftigt sich mit einer neuen Definition des geometrischen Raumes. Grundsätzlich handelt es sich hier um eine mehrflächige Form, oder ein Polyeder, der auf die gleiche Weise innerhalb eines fünffach-symmetrischen Raumes arbeitet, wie ein Kubus in einem vierfach-symmetrischen Raum. Beide sind fraktale Formen auf die Weise, dass wenn sie individuell aneinander addiert oder durch Aufteilung verkleinert werden, sich selbst in gewissen Stufen kopieren.

Alle wissen über den Kubus Bescheid. Die meisten von uns leben in boxartigen Häusern, innerhalb Städten, die ebenfalls boxartig geplant sind. Wir leben mit dem 90° Grad Winkel und in einer vierfach-symmetrischen Kultur, ohne es wirklich zu merken. Ein fünffach-symmetrischer Raum ist so gesehen eine andere Realität. Aber um es möglich zu machen, in dieser Realität zu leben, muss jede Person die Regeln dieses Raumes akzeptieren und sich zu Herzen nehmen. Hier wiederum ist der menschliche Geist der Schlüssel dazu.

Wenn dieses neue Wissen im Einklang mit dem eigenen Geist stehen kann, dann wird es nachträglich in allen Denkprozessen mithelfen. Denn hier sind wir in einer Realität, wovon die Natur großartigen Gebrauch macht. Und auch diese Tatsache wurde von der Wissenschaft erst vor ein paar Jahren allgemein realisiert.

Der FANG und die Fang-Verpackungssysteme beschreiben einen wunderschönen neuen Weg, um den fünffach-symmetrischen Raum zu definieren und zu verstehen. Und es ist eine große Ehre, dies zum zweiten Mal in unserer vierfach-symmetrischen Kultur zu präsentieren.

Zur Person Einar Thorsteinn

Geboren am 17. Juni 1942 in Reykjavik, Island.

Abschluss des Studiums der Architektur an der TU Hannover 1963-69 als Diplom-Ingenieur. Weiterstudium an der

IL Universität Stuttgart bei Prof. Dr. Frei Otto und in seinem Atelier Warmbronn 1969 -71. Von 1973 – 2000 abwechselnd wohnhaft in Island, Dänemark und Deutschland. Nach 2000 selbständige Beratung von Künstlern und eigene Tätigkeit in Moderner Kunst.

Von 1975 an Solo-Ausstellungen auf dem Gebiet der Architektur, Industrial Design und Moderne Kunst. Zuerst in Island und seit 2001 in verschiedenen Ländern Europas.

Veröffentlichungen von 1967 bis 2005 in rund 300 Artikel über Architektur, Stadtplanung, Umwelt-Design, ökologische Gebäudetechnologien, biologische Einflüsse im Wohnungswesen, Medizin und Wissenschaft. Verfassen verschiedener Bücher.



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