Besuch aus Island auf der Interbad 2014

Auf Vermittlung der Botschaft Islands  in Deutschland stellte Anna Sverrisdóttir von Iceland of Health bereits 2012 einen Kontakt zur Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V. (DGfdB) her. Dabei ging es schon um Fragen der Bädertechnik, speziell der Wasseraufbereitung, und die europäische Bädernormung. In diesem Jahr nun fand eine isländische Delegation von 30 Teilnehmern aus 15 Städten nach Stuttgart, zur Interbad 2014, Europas´s bedeutendster Messe für das öffentliche Bad. Es war aber nicht nur die Messe, die den Besuch für die isländischen Bäderexperten interessant machte,  Michael Weilandt von der DGfdB hatte zusätzlich ein kleines Besuchsprogramm organisiert. In Stuttgart gibt es drei Mineralbäder mit einigen Besonderheiten, die den Gegebenheiten in Island ähnlich sind, in beiden Fällen kommt Badewasser direkt aus dem Boden, in Stuttgart allerdings kalt. Aber die Möglichkeit, Badewasser mit wenig oder gar ohne Desinfektionsmittel zu betreiben war für die Besucher besonders interessant.  Detlef Szlamma, Leiter der Abteilung Technik, Bau, Beschaffung und Norbert Paydl, Leiter der Mineralbäder, von den Stuttgarter Bäderbetrieben führten die Besichtigung der Mineralbäder Bad Cannstadt und Leuze durch und beantworteten zahlreiche Fragen. Michael Weilandt übersetzte und gab weiter Erklärungen zum Betrieb von öffentlichen Bädern in Deutschland. Die Architektur der Mineralbäder beeindruckte die Besucher sichtlich, aber unten im Technikkeller des Mineralbades Bad Cannstadt wurde es dann ernst. Viele Fragen zur Schwimm- und Badebeckenwasseraufbereitung und zur Deutschen Wasseraufbereitungsnorm DIN 19 643 standen an und wurden von Szlamma und Weilandt ausführlich beantwortet.

Anna Sverrisdóttir nahm dann noch an einer Besprechung von Mitgliedern des europäischen Normenausschusses für Schwimmbäder teil, in der die strategische Ausrichtung der europäischen Normungsarbeit diskutiert wurde. Die Europäische Normung  findet in Island offensichtlich großes Interesse, Europäische Normen werde teilweise angewandt, es gibt aber Unsicherheiten darüber, welche Normen für Bäder tatsächlich relevant sind. Hier sind weitere Schritte geplant, ein ausführlicher Erfahrungsaustausch und ggf. eine Informationsveranstaltung in Island, bei der technische und betriebliche Fragen sowie normative Festlegungen zur Sprache kommen könnten.

Fotonachweis:  Bäderbetriebe Stuttgart

 

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