Ausstellung von Sveinn Fannar Johannsson And you could have a limp

And You Could Have a Limp

Da ist ein Stuhl, vor einer Wand, in einem Raum, zu einem bestimmten Zeitpunkt. Licht fällt nicht direkt darauf, es gibt keine starken Schatten. Die Einsteinsche Relativitätstheorie veranschaulicht, dass der Raum gekrümmt ist: eine Kugel ist eine zweidimensionale Fläche, die krumm im dreidimensionalen Raum liegt. Zudem unterliegt sie der vierten Dimension, der Zeit. Die Fotografien von Sveinn Fannar Johannson zeigen zerlegte Möbel in einer möglicherweise normalen Umgebung. Weiße Wände, sauberer Boden, kein Sägemehl. Das Objekt rekonstruiert sich in der Vorstellung, der Blick puzzelt zurück zu vermeintlich bekannten Zuständen, die Erwartung krümmt sich, nimmt neuen Anlauf, scheitert. Die Destruktion erweist sich als Täuschung. Eine Fotografie ist eine zweidimensionale Fläche. Unter Beobachtung beginnt sie sich zu wölben. Von einem Stuhl kann auch unter dieser Perspektive eigentlich nicht die Rede sein. Auch nicht von Schrank oder Sofa. Aber von ihren Ansichten. Die Kamera verhält sich ruhig dazu, das alles scheint von langer Hand geplant. Die vierte Dimension schaltet sich zu, der Autor weist eine Entscheidung zwischen Inszenierung und Dokumentation von sich. Auf dem Grat zwischen Ordnung und Irritation, Versuchsaufbau und Vexierbild beginnt sich die Kugel in Bewegung zu setzen. Die Parallelen kreuzen sich nicht erst in der Unendlichen, sondern direkt vor unseren Augen.

Veranstaltungsort und -zeit: D21 Kunstraum Leipzig, Demmeringstraße 21, 04177 Leipzig, Vernissage am 24.01.09, 19Uhr, Dauer 25.01. - 07.02.2009, Finnisage, Samstag, den 07.02.2009, mit einem Artist Talk mit Sveinn Fannar Johannsson um 20 Uhr.



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