Ausstellung Madame sans Gène in Iceland von Malcolm Green

Malcolm Green hat einen rastlosen Geist. Seine Künstlerfreunde, Kollegen und Mitwirkenden lesen sich wie eine Who’s Who Liste der zeitgenössischen Kunst: Hermann Nitsch, Ann Noël, Dieter Roth, Ryszard Wasko, Emmett Williams und und und. Malcolm Green ist der Picaro der aktuellen Kunstlandschaft. Der Künstler ist viel rumgekommen. Grafiker, Mitgründer der Dieter Roth Academy sowie der Atlas Press, des Londoner Verlages der europäischen Avantgarde – Malcolm Green ist stets dabei. Er wirkt wie ein postmoderner deus ex machina.

Ein Künstler der Künstler, Malcolm Green bleibt erstaunlicherweise ein Insidertipp für viele Kunstliebhaber und -kenner. Bei seiner ersten Einzelausstellung in der Emerson Gallery Berlin hat nun ein breiteres Publikum in der Hauptstadt die Chance, Greens Arbeit kennen zu lernen. Seine Kunst wirkt genauso rastlos wie seine Persönlichkeit. Green saugt die Gesamtheit unserer breit gefächerten Kunstlandschaft auf, er kommentiert sie, ironisiert sie und benutzt sie als Rohstoff für etwas Neues. Seien es Warhol, die Dada-Künstler oder Pissarro, keine Kunstikone kann sich diesem Aufwirbeln entziehen.

Bereits der Titel seiner aktuellen Ausstellung "Madame sans Gène in Iceland" verweist in seinem Wortwitz und seiner Ironie auf die Arbeitsweise von Malcolm Green, der geübt ist im Umgang mit Sprache. Neben Island geht es in der aktuellen Schau um den Collagenroman "La Femme 100 Têtes" von Max Ernst und um das Phänomen des „gene-robbing", also Genraub, der längst keine Fiktion mehr ist. Was würden Sie tun, wenn Ihnen jemand mitten in der Nacht Ihre Gene raubt? Natürlich nach Island gehen, denn dort ist der Genraub bereits seit Jahren etabliert. Aber dann? Auf der Suche nach neuen Antworten auf die brennendsten Fragen des post-genetischen Lebens, der Kunst, der Liebe und der Hochfinanz in der nördlichsten Hauptstadt der Welt hat Malcolm Green „La Femme 100 Têtes" von Max Ernst neu betrachtet. Der Collagenroman des gefeierten deutschen Surrealisten erschien im Jahr 1929. Achtzig Jahre später decollagiert und überarbeitet Green die Bilder von Ernst auf subtile Art und Weise. Er gibt ihnen einen frischen Überzug mittels neuer Texte, erfindet eine Vielzahl an Episoden und kreiert dabei ein collagiertes, oder vielleicht auch mutiertes „alter ego" zu Max Ernsts „La Femme 100 Têtes": Madame sans Gène.

Die Ausstellung wird abgerundet durch weitere neue Arbeiten, eigenständige Werke die helfen, noch mehr Licht auf die Forschungsergebnisse des Künstlers Malcolm Green zu werfen.

Dauer der Ausstellung: 12. September bis 10. Oktober 2009 Öffnungszeiten: Di- Do 14 - 19 Uhr, Fr 11 – 19 Uhr, Sa 12 - 16 Uhr u. n. Vereinbarung

Vernissage: Freitag, 11. September 2009
von 19 - 22 Uhr

Veranstaltungsort: Emerson Gallery, Gartenstr. 1, Berlin

www.emerson-gallery.de



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