17.01.2014

Der Klang der Offenbarung des Göttlichen - Ein Theaterstück von Ragnar Kjartansson - Volksbühne Berlin ab 19. Februar

Am 19. Februar gibt es die Uraufführung des Theaterstücks "Der Klang der Offenbarung" von Ragnar Kjartansson. Dies ist ein „überromantisches“, theatralisches, dramatisches, minimales, musikalisches Stück. Auf der Suche nach einer vergangenen Welt, um etwas Neues, vielleicht Schönes, zu finden – Bolschoitheaterhafte Malereien ohne Narration, symphonische Erhabenheit ohne einen Fluchtpunkt, nur die Essenz, ein Gefühl. Und so wie es der Titel nahelegt, ist dieses Stück vor allem eine musikalische Produktion – eine Symphonie mit tableaux vivants.
 
Ausgehend vom Roman „Weltlicht“ des isländischen Nobelpreisträgers Halldór Laxness, begibt sich der isländische Künstler Ragnar Kjartansson auf eine Reise in die Vergangenheit des Theaters. Im Zentrum von Laxness' Roman steht ein armer Poet mit reinem Herzen auf der Suche nach künstlerischer Erfüllung und nach der vielleicht unmöglich zu findenden, absoluten Schönheit. In Laxness' Literatur fällt der Schönheit der isländischen Natur eine große Rolle zu und sie führt zu delirierenden Erkenntnissen der Protagonisten. Wie in kaum einem anderen Land beseelt die Natur die Bevölkerung, ist Ursprung der die Gesellschaft konstituierenden Sagas, alten, teils mündlich überlieferten Geschichten der Vorfahren.
 
Das Stück steht in Tradition der „Pictorial Music Plays“, die Sir Hubert von Herkomer, ein britisch-deutscher Maler, Bildhauer, Musiker, Theater- und Filmemacher, Ende des 19. Jahrhunderts erfand. Er hatte die Vision, das Theater vom Drama zu lösen. Der Stücktext wurde ersetzt durch die Zeremonie und das gesprochene Wort durch das Lied. Schauspieler waren nicht mehr nötig – Theatre Solitude.
 
Kjartan Sveinsson, Gründungsmitglied der berühmten wagnerianisch-isländischen Postrock-Band Sigur Rós, entwickelt für dieses Projekt eine Komposition für ein großes Orchester und einen Chor. 
 
Ragnar Kjartansson: „Ich bin im Theater aufgewachsen, da meine Eltern Schauspieler, Regisseure sind, und hatte immer Ehrfurcht vor seinen nicht-narrativen Anteilen, den abstrakten Bestandteilen einer Probe, der zeremoniellen Mystik eines Durchlaufs, wenn keine Schauspieler auf der Bühne sind, sondern nur Objekte und Kulissen agieren. Ich arbeite an einer Hommage an den Mechanismus und den formalistischen Teil des Theaters. Dieses Stück wird Theater ohne Darsteller oder Schauspieler sein, nur die Elemente Bühne und Musik benutzen. Ich schreibe an einer Hommage an die Maschine, das bedeutet, Theatermalereien und Kulissen. Monumentale Bewegungen und symphonische Klänge. Die konstant zerfallende Kulisse und die großen Akkorde. Die Inszenierung wird in einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Orchester und dem Theater entstehen, als die Weltpremiere einer symphonisch-theatralischen Arbeit, die einige Vorläufer in der Kunstgeschichte hat.“   
 
Musik: Deutsches Filmorchester Babelsberg/ Berliner Filmchor
Dirigent: David Thor Jónsson
Regie & Bühne: Ragnar Kjartansson
Komposition: Kjartan Sveinsson 
Maler: Ingjaldur Kárason, Ragnar Kjartansson, Victor Cilia, Thorvaldur Gröndal, Lilja Gunnarsdóttir, Axel Hallkell Jóhannesson
Mitarbeit Bühne: Axel Hallkell Jóhannesson
Licht: Johannes Zotz
Ton: Klaus Dobbrick 
Dramaturgie: Henning Nass
 
Eine Koproduktion mit dem Reykjavik City Theatre. Eine Veranstaltung in der Reihe WERKE I-VI. Gefördert mit Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.
 
Das Spielplan - Volksbühne Berlin
Informationen über Ragnar Kjartansson
 

 



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