Allgemeine Informationen zum Land

Allgemeines

Island ist Europas westlichstes Land, eine Insel im Nordwestatlantik, etwa 3 Flugstunden entfernt von Frankfurt, London, Paris, Amsterdam oder Kopenhagen. Die ersten Siedler kamen aus Norwegen und Irland im 9. Jahrhundert nach Island. Das Alþingi, das älteste arbeitende Parlament der Welt, wurde im Jahre 930 gegründet. 

Geographie 

Position:   Europäische Inselnation im Nordatlantik  Hauptstadt:  Reykjavik (119.848 Ew.).  Ganzes Gebiet: km² 103.000 (39.756 square.miles);  Vegetation:  23%, Seen: 3%, Gletscher:  11%, anderes:  63%.  Seebereich innerhalb der Fischereigrenzen:  km² 758.000.  Küstenlinie:  4.970 Kilometer.  

Staatsaufbau 

Parlamentarisch-demokratische Republik seit 17. Juni 1944.  Unabhängig seit 1. Dezember  1918.  Staatsoberhaupt (seit 1996):   Präsident Ólafur Ragnar Grímsson.  Ministerpräsidentin (seit 2009):  Frau Jóhanna Sigurðardóttir, Außenminister (seit 2009) ist Herr Össur Skarphéðinsson. 

Wirtschaft 

Währung:  Isländische Krona (ISK)  
Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2010:  Million ISK  1,539,511.  
Aktuelle Zahlen zur isländischen Wirtschaft und zum Außenhandel veröffentlicht das Statistische Amt Islands. (http://www.statice.is/)
 
Vor dem 2. Weltkrieg gehörte Island zu den ärmsten Ländern in Europa. Heute hat Island einen sehr hohen Lebensstandard, vergleichbar mit dem der anderen nordischen Länder. Die Liberalisierung der Wirtschaft, der Ausbau der Energiewirtschaft und die Privatisierung des Finanzsektors in den neunziger Jahren haben Island über Jahre ein hohes Wirtschaftswachstum beschert, bis es im Jahre 2008 unmittelbar von der Finanzkrise getroffen wurde. Zur Bewältigung der Krise hat die Regierung ein striktes Spar-und Konsolidierungsprogramm aufgelegt.

Bevölkerung  

Einwohner 2013:   323.800.  Ethnische Gruppen:  Mischung aus den Nachkommen der ursprünglich nordischen und keltischen Siedler.  Religion:  84,0 % protestantisch.  
 
Die ersten Siedler in Island waren Norweger und Kelten der britischen Inseln.  Die skandinavische Sprache war vorherrschend, aber es gibt sowohl Spuren des keltischen Einflusses in einigen der Gedichten der Edda als auch in den Personen- und Ortsnamen.
 
Island ist das wohl am dünnsten besiedelte Land Europas, mit einem Durchschnitt von ungefähr drei Einwohnern pro Quadratkilometer. Fast vier Fünftel des Landes sind unbewohnt, die Bevölkerung lebt verteilt auf einem schmalen Küstenstreifen, in Tälern und den Flachlandebenen im Süden und Südwesten.
 
Um das Jahr 1100 betrug die Bevölkerungszahl ca. 70 - 80.000. Im achtzehnten Jahrhundert sank die Zahl unter 40.000, wuchs aber bis 1900 wieder auf 78.000. 1925 wurden zum ersten Mal 100.000 Menschen gezählt; 1967 dann schon 200.000 Menschen: Zur Zeit gibt es ca. 320.000 Einwohner.  Die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer beträgt 79.2 Jahre und für Frauen 83.1 Jahre - diese gehören zu den höchsten Durchschnittszahlen der Welt.  
1880 gab es nur drei Städte in Island, in denen 5% der Bevölkerung lebte. Um 1920 lebten über 43% der Bevölkerung in Ortschaften mit mehr als 200 Einwohnern. Heute lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung im Großraum Reykjavík.

Regierung 

Island hat eine schriftlich niedergelegte Verfassung und ist eine parlamentarische Demokratie.  Der Präsident wird direkt vom Volk für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt; er kann unbegrenzt wiedergewählt werden. Die Exekutivgewalt jedoch liegt bei der Regierung, die alle 4 Jahre in gesonderten Wahlen gewählt wird.  Der Regierung steht der Premierminister vor. Das Kabinett bleibt im Amt bis zur nächsten Parlamentswahl oder bis sich eine neue Regierung gebildet hat. Die Minister können zugleich Mitglieder des "Alþings" sein; wenn sie jedoch nicht in das Parlament gewählt worden sind, haben sie auch nicht das Recht, dort abzustimmen. 
 
Das "Alþing" ist das gesetzgebende Organ. Es hat 63 Mitglieder und wird durch direkte Wahl vom Volk für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt. Mit Ausnahme des Präsidenten und den Richtern des Obersten Gerichtes kann jeder, der das Wahlrecht hat, für einen parlamentarischen Sitz kandidieren.  Nach jeder Wahl lädt der Präsident einen der parlamentarischen Führer dazu ein, eine Regierung zu bilden. Glückt dies nicht, wird eine andere Partei dazu aufgefordert, eine Regierung zu bilden.
Die richterliche Gewalt obliegt dem Obersten Gericht und den Amtsgerichten.  

Sprache 

Isländisch, die nationale Sprache, hat sich im Laufe der Zeit nur sehr wenig geändert. Die Sprache hat zwei eigene Buchstaben: Ð / ð und Þ /þ, die wie im Englischen jeweils mit einem harten oder weichen "Th" ausgesprochen werden. Sowohl Englisch als auch Dänisch sind sehr verbreitet.

Namen 

Das isländische Namensgesetz folgt einer alten Tradition; der Nachname des Kindes setzt sich aus dem Vornamen des Vaters und dem Zusatz "-son" (für Sohn) oder "-dottir" (für Tochter) zusammen.  Wenn ein Mann namens "Erikur" seinen Sohn "Leif" nennt, lautet also dessen Nachname "Eriksson" (der Sohn von Erikur).  Seine Tochter "Thordis" würde demnach "Thordis Eríksdóttir" genannt (die Tochter von Erikur).  Die Töchter behalten ihre Nachnamen auch, wenn sie heiraten. 
Isländer nennen z.B. den Präsidenten "den Präsidenten von Island, Ólafur Ragnar Grímsson" oder sogar "Präsident Ólafur" aber nie "Präsident Grímsson". Eine kleine Anzahl der Isländer hat reguläre Familiennamen.

Religion 

Die isländische Staatskirche ist evangelisch-lutheranisch. Es gibt auch eine katholische Kirche in Reykjavík und einige weitere Religionsgemeinschaften. Die Mehrzahl der Bevölkerung ist evangelisch-lutheranisch.

Ausbildung 

Seit dem Ende des 18. Jahrhundert kann jeder Isländer lesen und schreiben. 1907 wurde der Schulbesuch obligatorisch für alle Kinder von 10-14 Jahren; Kinder unter 10 Jahren wurden im Allgemeinen zu Hause unterrichtet. Im Jahre 1946 wurde die Schulpflicht ausgedehnt. Heutzutage gibt es die 10-jährige Grundschule für Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren, der sich die gymnasiale Oberstufe oder der Besuch einer Fachschule (ebenfalls mit Abiturabschluss) anschließt. Sehr viele Schulabgänger studieren nach dem Abitur an den Universitäten.

Gesundheit und Sozialversicherung 

Alle Einwohner Islands haben gesetzlich jederzeit das Recht auf einen Zugang zur bestmöglichen Gesundheitsfürsorge für den Schutz ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit. Das Gesetz schreibt vor, dass kein Patient aufgrund seines Geschlechtes, seiner Religion, seiner Nationalität, seiner Hautfarbe, seines finanziellen Status', seiner Familie oder anderer Faktoren diskriminiert werden darf.  Das Sozialversicherungsystem gewährt Versicherungen wie Pensions-, Berufsunfähigkeits-, Kranken- und Mutterschaftsversicherungen. 

Fischerei 

Die Fischwirtschaft ist nach wie vor das Rückgrat der isländischen Wirtschaft. Viele Arbeitsplätze haben direkten oder indirekten Bezug zum Fisch. Die Meeresressourcen sind neben den Energieressourcen Islands wichtigste Naturresource. Der Kontinentalsockel um Island, in dem sich der warme Golfstrom und die kalten Ströme der Arktis treffen, bietet vorteilhafte Bedingungen für verschiedene Fischarten und ist damit ein reicher Fangplatz. Fischereiprodukte machen mehr als ein Drittel des Gesamtexports Islands an Gütern aus.  Der Schutz und die Erhaltung der Fischbestände genießt hohe Priorität. Die Fänge werden streng kontrolliert; die Fangquoten auf Grundlage wissenschaftlicher Daten jährlich festgesetzt. Die Hauptfangarten sind Kabeljau, Schellfisch, Seelachs, Rotbarsch, Hering und Lodde. 

Landwirtschaft 

Island ist autark in der Fleisch- und Molkereiproduktion. Das Schaf ist das wichtigste Vieh, Heu die wichtigste Feldfrucht, hinzu kommen Kartoffeln, Rüben und Getreide. Tomaten und Gurken werden in Gewächshäusern angebaut. 

Energie 

Island verfügt über ein großes Potenzial an erneuerbarer Energie, Geothermie und Wasserkraft, von dem bisher nur ein Viertel genutzt wird. Mit gut 600 Heißwasserquellen in etwa 250 Niedrigtemperaturgebieten sowie ca. 32 ausgewiesenen Hochtemperaturgebieten hat Island mehr heiße Quellen und Hochtemperaturgebiete als jedes andere Land der Welt. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Energieversorgung ist in Island weit höher als in vielen anderen Ländern. Die gesamte Stromerzeugung und mehr als 80 Prozent des Energieverbrauchs stammen aus erneuerbaren Energiequellen. Fossile Brennstoffe werden nur für den Land- und Seeverkehr sowie für die Fischereiflotte eingeführt. Island verfügt über großes Know-How im Hochtemperaturbereich und bei Tiefenbohrungen. Bei der Weiterentwicklung von alternativen Energietechnologien für den Transportsektor, u. a. dem Einsatz der Wasserstofftechnologie in Brennstoffzellen, hat sich Island als Test- und Forschungsstandort bewährt. Erneuerbare Energien sind zu einem bedeutenden Forschungssektor in Island geworden. Das Geothermie-Universitätsprogramm der Vereinten Nationen hat seinen Sitz in Island. Isländische Ingenieure haben Geothermie-Projekte auf drei Kontinenten konzipiert. Die Aluminiumproduktion auf Grundlage erneuerbarer Energien hat für den Export in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen.  

Klima

Island hat ein Küstenklima. Die durchschnittliche Sommertemperatur in Reykjavik beträgt 10.6°C/51°F im Juli, mit durchschnittlichen Höchstwerten von 24.3°C/76°F. Die durchschnittliche Wintertemperatur in Reykjavik ist mit -0,5°C/32°F im Januar ähnlich der New Yorks (durchschnittliche Höhen von 9.9°C/50°C). Das Wetter wechselt häufig. Das relativ milde Klima rührt vom Golfstrom und den begleitenden warmen Ozeanströmen vom Golf von Mexiko her. Das Wetter wird jedoch auch durch die ostpolaren Strömungen Grönlands beeinflusst. Für zwei bis drei Monate herrscht im Sommer ununterbrochen Tageslicht. Am kürzesten Tag des Jahres (20. Dezember) gibt es hingegen nur 4 Stunden Tageslicht. 

Die Fahne 

Die isländische Fahne hat einen blauen Untergrund, auf dem ein rotes Kreuz auf weißem Hintergrund zu sehen ist. Die Farben stellen das Blau der Berge, das Weiß der Gletscher und das Rot des vulkanischen Feuers dar. Die isländische Fahne wurde 1918 nach der Unabhängigkeit von Dänemark angenommen.  

Das Wappen

Das isländische Wappen zeigt in seiner Mitte die isländische Fahne, die von vier Schildträgern gehalten wird. Sie sind die vier Schutzgeister des Landes:  Ein Stier steht an der rechten Seite des Schildes, ein Riese auf der linken Seite, rechts über dem Stier ist ein Raubvogel und links über dem Riesen ein Drachen. Das Schild ruht auf einer Basaltplatte.

Gletscher 

Zu den wohl charakteristischsten Merkmalen Islands zählen die Gletscher, die über 11.922 km² (4.600 Quadratmeilen) bzw. 11, 5 % der Fläche Islands bedecken. In den letzten Jahrzehnten jedoch hat ihre Fläche aufgrund eines milderen Klimas deutlich abgenommen, und einige von den kleineren sind gänzlich verschwunden.  
 
Die bei weitem größte Gletscherkappe ist der Gletscher Vatnajökull in Südostisland mit einer Fläche von 8.400 km² (3.240 Quadratmeilen), welche die Größe aller Gletscher auf dem europäischen Festland ergibt, fügte man sie zusammen. Der Gletscher erreicht eine Stärke von 1 Kilometer (3.000 Fuß). Einer seiner südlichen Abflüsse, Breiðamerkurjökull, fällt bis zum Meeresspiegel ab.
 


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