Wirtschaftliche Entwicklung

Gehört Island im 19. Jahrhundert noch mit zu den ärmsten Ländern Europas, so steht es am Anfang des 21. Jahrhunderts an erster Stelle auf dem Index der Lebensqualität der UNO.

Die Natur hatte den Isländern die Grundformen ihrer Wirtschaft vorgeschrieben. Sie nutzten zunächst das Weideland für die Viehzucht, später dann das Meer für den Fischfang. Die Industrialisierung erreichte das Land spät und führte um 1900 zur Mechanisierung der Fischerei. Ist der Anfang des 20. Jahrhunderts noch von Kriegen und Krisen dominiert, markiert das Ende des 2. Weltkriegs den Beginn des modernen Islands. 
 
In den Jahren von 1944 bis 1994 wächst das Bruttoinlandsprodukt etwa um das Siebenfache, was einem jährlichen wirtschaftlichen Wachstum von 4% entspricht. Die Bevölkerungszahl steigt von etwa 127 000 Einwohnern im Jahre 1944 auf heute über 300 000, von denen etwa zwei Drittel in der Hauptstadtregion Reykjavík leben.
 
Die Nutzung der Naturressourcen, der Fischerei und später der Energie, war die Grundlage des Wirtschaftswachstums. Auch große Investitionen in Bildung und Ausbildung, in das Gesundheitswesen sowie in die Infrastruktur trugen zu dem Wachstum und dem zunehmenden Wohlstand bei.
Dennoch war das wirtschaftliche Wachstum kein kontinuierlicher Prozess, wie auch in den anderen industrialisierten Ländern in der Nachkriegszeit. In Island waren die Schwankungen allerdings größer als in den meisten anderen Ländern. Island ist die kleinste Volkswirtschaft in Rahmen der OECD. Die internationale Finanzkrise hat Island besonders hart getroffen.
 
Island ist reich an Meeres- und Energieressourcen. Fischfang und Fischverarbeitung sind noch immer ein Rückgrat der isländischen Wirtschaft. Wichtige Spezies sind Kabeljau, Lodde, Hering, Rotbarsch, Schellfisch und Seelachs. Das Know-How aus der Fischwirtschaft wurde zum tragenden Element für die Entwicklung neuer Branchen, Produkte und Dienstleistungen, wie Maschinen- und Ausrüstungen für die Lebensmittelindustrie, IT / Software, Qualitätsmanagement, u.a. 
 
Die Energiewirtschaft und energieintensive Industrien wurden im vergangenen Jahrzehnt verstärkt ausgebaut. Bisher wird nur ein Teil der ökonomisch nutzbaren Wasserkraft- und Erdwärmevorkommen des Landes genutzt. Island exportiert erneuerbare Energie in Form von Aluminium, das den Fisch im Jahr 2008 als wichtigestes Exportgut abgelöst hat.
 
Der Tourismus hat sich zum drittwichtigsten und am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweig Islands entwickelt.


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