Die Residenz des isländischen Botschafters in Berlin

06-LjosmyndirDie isländische Residenz in Berlin ist von den isländischen Architekten Hjördis und Dennis, Hjördis Sigurgisladottir und Dennis David Johannesson, gestaltet worden. Ihr Entwurf bekam den ersten Preis in einem offenen Wettbewerb im Jahr 2003. Die Fertigstellung der Residenz erfolgte im Jahr 2006. Das Ziel der Architekten war, eine Residenz zu entwerfen, die einen doppelten Zweck erfüllt: einerseits offizieller Empfangsraum, andererseits Privatwohnung des isländischen Botschafters in der deutschen Hauptstadt.

20-Ljosmyndir-W.Huthmacher-Das Gebäude besteht aus drei Teilen, wobei großer Wert auf eine praktische Aufteilung und fließende Übergänge gelegt wird, auch von den Innenräumen nach draußen in den Garten. Im Zentrum des Gebäudes steht ein mit Glas überdachter Flur, der an eine Felsspalte erinnert. Er verbindet Vorgarten und Eingangsbereich und zieht sich durch das gesamte Gebäude bis hin zur Veranda, die einen schönen Blick auf den Halensee bietet. Eine gewölbte, zinkverkleidete Wand schiebt die eine Hälfte des Gebäudes zur Seite, indem sie es zur Veranda und dem Garten hin öffnet. Die Wand wird von Säulen getragen und erinnert an die Wölbung eines Schiffsbugs. Hinter der Wand liegen Empfangsräumlichkeiten, die offen und leicht zugänglich sind. Ein großes Fenster zur Bibliothek und zum Essraum hin wirkt wie ein Wasserfall, der in einen Teich fällt.

Die Empfangsräume werden für verschiedenartige Versammlungen, 09-Ljosmyndir-W.Huthmacher-Präsentationen, kleinere Konzerte, Ausstellungen und Anderes genutzt.

Das Gästezimmer im oberen Stockwerk ist durch eine Brücke und einen Fahrstuhl erreichbar, so dass auch das obere Stockwerk behindertengerecht ist.

Gegenüber der gewölbten Wand ist eine schräge dunkle Steinfassade, die einer isländischen Felswand gleicht. In der Wand öffnet sich der Durchgang zum Privatbereich des Botschafters, der von den Empfangsräumen getrennt ist. Auf der unteren Etage befindet sich dort der Wohnbereich der Familie mit einer kleinen Küche, auf der oberen Etage sind die Schlafzimmer der Familie. Der private Wohnraum kann in den Empfangsbereich integriert werden.

Die wetterfeste Wellzinkwand und der blauschwarze Stein bilden einen Kontrast zu den geschliffenen weißen Decken und Wänden sowie den hellen Möbeln und Eichenverkleidungen. So weit wie möglich wurden Baumaterialien verwendet, die an Island erinnern.Die tragenden Wände sind aus Beton, dem Baumaterial, das in Island am meisten genutzt wird. Wellzink, blauschwarzer Stein und Eiche werden sowohl außen als auch innen für Verkleidungen verwendet. In Island sind die Häuser oft mit Wellblech verkleidet, und der blauschwarze Stein erinnert an die Basaltberge auf der Vulkaninsel. Die starke und schöne Eiche verweist auf die nordische Mythologie, denn Mjölnir, der Hammer des Donnergottes Thor, ist laut Überlieferung aus dem Holz der heiligen Eiche geschnitzt.

11-Ljosmyndir015Die Architekten Hjördis und Dennis haben auch alle festen Einrichtungen im Haus entworfen. Sessel und Sofas sowie die Esszimmermöbel wurden von Erla Solveig Oskarsdottir entworfen. Sigrun Einarsdottir und Sören S. Larsen bei “Gler i Bergvik” haben die Gläser sowie die Blumenschalen hergestellt. Die Blumenvasen und die Kerzenständer wurden von Kogga und Magnus Kjartansson angefertigt. Kogga hat ebenfalls ein Keramikkunstwerk entworfen, das Besteck ist ein Design von Dögg Gudmundsdottir. Beratend in Fragen der Beleuchtung war Helgi Eiriksson von der Firma Lumex. Somit ist die isländische Residenz in Berlin maßgeblich von isländischem Design geprägt.

Die ausführende Baufirma war Bernd Schragen, Siegen, die Bauleitung lag bei der Firma Becker Blume, Berlin.



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