874-930

Besiedlung Islands, vor allem von der Westküste Norwegens und den Wikingersiedlungen in Irland und Schottland her

930

Schaffung des Althingi, des ältesten noch existierenden Parlaments der Welt, in Thingvellir

985 - 986

Entdeckung und Kolonialisierung Grönlands von Island aus durch Eirikur den Roten, den Vater von Leifur (dem Glücklichen) Eiriksson

1000

Der Isländer Leifur Eiriksson gelangt als erster Europäer nach Amerika. Das Christentum wird friedlich durch das Althingi in Thingvellir angenommen.

1022

Vertrag zwischen dem Althingi und König Olafur Haraldsson (dem heiligen Olaf) von Norwegen über die gleichen Rechte von Isländern und Norwegern.

1056

Isleifur Gissurarsson wird erster Bischof von Island in Skalholt.

1106

Gründung des Bischofssitzes Holar für den nördlichen Teil von Island.

1133

Das erste Kloster auf Island wird in Thingeyrar gegründet. Klöster werden zu Zentren des Lernens und der Literatur.

13. Jh.

Saga-Ära. Das goldene Zeitalter des Schreibens von Sagas. Zu den Sagas gehören einige Klassiker der mittelalterlichen Literatur, geschrieben auf isländisch, der alten Sprache der Wikinger, die in Island noch heute gesprochen wird.

1178 - 1241

Snorri Sturluson, Politiker und Historiker. Autor des „Heimskringa“, einer Geschichte der Könige von Norwegen.

1220 - 1262

Zeit der Sturlungs, eine Zeit des Bürgerkriegs zwischen einflussreichen Familien, die nach der Macht in Island strebten.

1262/1264

Der „Alte Bund“, geschlossen zwischen den einflussreichen Familien Islands und König Hakon dem Alten von Norwegen. Island kommt unter die Herrschaft der norwegischen Krone, das Althingi behält aber seine gesetzgeberischen Rechte.

1281

Ein neues Gesetzbuch, das Jónsbók, vorgelegt durch den König von Norwegen, wird durch das Althingi angenommen.

1380

Union des dänischen und des norwegischen Königreiches. Island und Norwegen kommen unter dänische Herrschaft.

1402

Der Schwarze Tod, die Pest, erreicht Island.

15. Jh.

Das englische Jahrhundert. Enger Kontakt zwischen Island und England. Zum Fischen und um Handel zu treiben segeln die Engländer regelmäßig nach Island.

ab 1530

Der Buchdruck wird in Island durch Jón Arason, Bischof von Hólar, eingeführt.

1537

Norwegen wird als Staat aufgelöst (bis 1814) und wird ein Teil von Dänemark. Island kommt direkt unter die Herrschaft der dänischen Krone.

1540

Veröffentlichung des Neuen Testaments auf Isländisch.

1550

Die Reformation. Nach starker Ablehnung wird der Lutherische Glaube zur Staatsreligion in Island. Die Herrschaft der dänischen Könige in Island wird gestärkt.

1602

Das dänische Handelsmonopol wird eingeführt.

1627

Piraten aus Nordafrika überfallen bestimmte Gebiete an der Küste („Türkischer Überfall“).

1662

Der Absolutismus wird in Island eingeführt. Dänische Könige werden erbliche Herrscher in Island. Die Gesetzgebungsrechte des Althingi werden stark eingeschränkt.

1783 – 1785

Ein Vulkanausbruch (Skaftáreldar) verursacht große Verwüstungen in Island.

1787

Das Handelsmonopol wird abgeschafft. Das Recht auf Handel in Island haben aber weiterhin nur dänische Staatsbürger.

1800

Das Althingi wird abgeschafft.

1801

Die Bischofssitze von Skálholt und Hólar werden abgeschafft. Mit Sitz in Reykjavik ist ein Bischof für das ganze Land zuständig.

1809

Der dänische Abenteurer Jörgen Jörgensen ergreift die Macht in Island und erklärt Islands Unabhängigkeit. Seine Herrschaft dauert zwei Monate.

1818

Die Nationalbibliothek wird gegründet.

1835

Erscheinen der Zeitschrift Fjolnir, um die sich die patriotische Bewegung bildet.

1811 – 1879

Jón Sigurdsson, Führer des Kampfes für die Unabhängigkeit Islands.

1843

Das Althingi wird in Reykjavik wiedereingerichtet.

1854

Der Freihandel wird wieder eingeführt.

1874

Das tausendjährige Jubiläum der Besiedlung Islands wird in Thingvellir gefeiert. Eine Verfassung wird angenommen, die dem Althingi Gesetzgebungsrechte gibt und eine begrenzte Selbstbestimmung in inneren Angelegenheiten gewährt.

1904

Selbstverwaltung. Ernennung des ersten isländischen Staatsministers mit Sitz in Island und Verantwortlichkeit gegenüber dem Althingi.

1911

Gründung der Universität von Island.

1915

Island verbietet einseitig den Walfang (das Verbot galt bis 1930).

1918

Unionsgesetz. Island wird ein souveräner und unabhängiger Staat, das Königreich Island. Der König von Island ist in Personalunion auch König von Dänemark. Die meisten auswärtigen Angelegenheiten werden weiterhin durch das dänische Außenministerium erledigt, und zwar so, wie das von Island beschlossen wurde. Island erklärt immerwährende Neutralität.

1920

Das Oberste Gericht wird gegründet.

1930

Tausendjähriges Jubiläum der Schaffung des Althingi in Thingsvellir.

1940

Schaffung des isländischen Außenministeriums.

1940

Britische Streitkräfte besetzen Island.

1941

Gemäß einem Vertrag kommen US-Truppen nach Island (sechs Monate vor Pearl Harbour) als Ersatz für die britischen Truppen. Sie bleiben dort bis zum Ende des II. Weltkriegs.

1944

Die heutige Republik Island wird am 17. Juni, dem Geburtstag von Jón Sigurdsson, in Thingvellir gegründet.

1945

Erster internationaler Flug eines isländischen Flugzeuges.

1946

Island wird Mitglied der Vereinten Nationen.

1947

Island wird ein Gründungsmitglied der OEEC (der Vorgängerin der OECD).

1948 – 1953

Starke Unterstützung Islands durch den Marshall-Plan.

1949

Island wird ein Gründungsmitglied der NATO.

1950

Island tritt dem Europarat bei. Das Nationaltheater und ein Symphonieorchester werden gegründet.

1951

Island und die Vereinigten Staaten schließen ein bilaterales Verteidigungsabkommen. US-Truppen kommen wieder nach Island.

1952

Die Fischereigrenze wird von 3 auf 4 Meilen ausgedehnt.

1952

Island wird Gründungsmitglied des Nordischen Rates.

1955

Der Isländer Halldór Laxness erhält den Nobelpreis für Literatur.

1958

Die Fischereigrenze wird auf 12 Meilen ausgeweitet. „Kabeljau-Krieg“ mit dem Vereinigten Königreich.

1963

Durch einen Vulkanausbruch im Ozean südlich von Island entsteht eine neue Insel, Surtsey.

1965

Das dänische Parlament beschließt die Rückgabe alter Saga-Manuskripte an Island.

1968

Island wird Mitglied des GATT.

1970

Island wird Mitglied der Europäischen Freihandelszone (EFTA).

1971

Dänemark beginnt die Rückgabe alter Saga-Manuskripte an Island.

1972

Die Fischereigrenze wird auf 50 Meilen ausgeweitet. „Kabeljau-Krieg“ mit dem Vereinigten Königreich.

1972

Freihandelsabkommen mit der EWG, der späteren EU.

1973

Vulkanausbruch in Heimayey, der einzigen bewohnten Insel der Westmänner-Inseln vor der Südküste Islands. Fünftausend Einwohner werden auf die Hauptinsel gebracht.

1974

1100. Jahrestag der Besiedlung Islands in Thingsvellir.

1975

Ausweitung der Fischereizone auf 200 Meilen. Kabeljau-Krieg mit dem Vereinigten Königreich.

1980

Frau Vigdis Finnbogadóttir wird zur Präsidentin gewählt. Sie ist die erste zum Staatsoberhaupt gewählte Frau der Welt.

1986

Das Treffen von Reagan und Gorbatschow in Reykjavik markiert den Anfang vom Ende des Kalten Krieges. Reykjavik feiert sein zweihundertjähriges Jubiläum.

1992

Die EFTA-Länder und die Europäische Union schaffen den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Island wird Teil des gemeinsamen Marktes der EU.

1994

Der EWR-Vertrag tritt in Kraft.

1994

50. Jahrestag der Gründung der Republik Island.

2000

1000 Jahre Christentum in Island werden gefeiert.





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